Phytotherapie
Die Behandlung mit Heilpflanzen, Phytotherapie genannt, ist eine Urform des Heilens - seit es Menschen gibt, haben diese um die Heilkraft der Pflanzen gewusst und sie in unterschiedlicher Form aufbereitet und genutzt.
Pflanzenzubereitungen gibt es in Form getrockneter Kräuter für Teezubereitungen, als Urtinkturen oder auch in moderner Form als Tabletten oder Kapseln, als Salben und Cremes für die äußere Anwendung, Pflanzenbreie und Sude können zur Herstellung von arzneilichen Wickeln, Aufgüssen und anderen äußerlichen Anwendungen genutzt.
Die Wirkung vieler pflanzlicher Arzneien ist in den letzten Jahren durch Studien belegt worden. Aber es gibt nach wie vor eine Vielzahl von pflanzlichen Arzneien ohne Wirksamkeitsstudien - ihre Wirkung ist jedoch durch jahrhundertelange Praxiserfahrung erprobt und wird im Sinne klassischer Erfahrungsheilkunde angewendet.
Phytotherapie kann als alleinige Therapieform zum Einsatz kommen oder als ein Bestandteil in ein umfangreiches naturheilkundliches Behandlungskonzept eingebunden werden.
Viele schulmedizinische Medikamente haben ihr Vorbild in der Natur gefunden, bis es durch aufwändige chemische Prozesse möglich wurde, diese Wirkstoffe im Labor synthetisch herzustellen.
Dazu gehören z. B. Aspirin (Acetylsalicylsäure), dessen Vorlage die Weidenrinde gab. Aus Mohn wurde 1805 Morphin gewonnen, das Herzmittel Digitalis wurde aus dem roten Fingerhut gewonnen. Die pflanzlichen Wirkstoffe haben oftmals eine breitere Wirkung dadurch, dass nicht ein einzelner Wirkstoff isoliert zum Einsatz kommt, sondern die Begleitstoffe der Pflanze die Gesamtwirkung abrunden und optimieren/verstärken.
Für die Herstellung von Phytotherapeutika werden ganze Pflanzen oder auch nur Pflanzenteile verwendet; teils in frischer Form, teils auch getrocknet. Heilpflanzen enthalten eine breite Mischung verschiedener Wirkstoffe wie z. B. ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Seifen- und Schleimstoffe.
Die Phytotherapie, auch Pflanzenheilkunde genannt, gehört zu den vom Gesetzgeber anerkannten besonderen Therapierichtungen. Sie wird gerade in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau wissenschaftlich erforscht und weiterentwickelt.
-
Malva silvestris (Malve) -
Convallaria majalis (Maiglöckchen) -
Matricaria chamomilla (Kamille)